
Wissenswertes über das Ostseebad Binz
Eine andere, weniger anstrengende Möglichkeit, das Dorf Binz zu erreichen, stellte die Anreise per Schiff dar. Schon früh wurden im Linienverkehr von Stettin, Greifswald und Stralsund aus die kleinen Häfen an Rügens Boddenküste angelaufen. 1885 richtete die Stettiner Reederei J.F.Braeunlich einen regelmäßigen Linienverkehr auf der Strecke Stettin - Sassnitz mit Halt in Binz ein.
Da an Rügens Ostseeküste noch keine Häfen existierten, mußten die Passagiere auf Reede ausgebootet werden. Zu diesem Zweck segelten die ortsansässigen Fischer mit ihren kleinen Fahrzeugen hinaus zum Dampfer, übergaben die heimreisenden Gäste und übernahmen die ankommenden.
Um die Jahrhundertwende entstanden dann an der Ostseeküste, von staatlicher Seite bewußt gefördert, die ersten großen Brücken. In Binz begannen 1902 die Arbeiten zu einer 600 m langen Bootsanlegestelle, an der nun auch die Stettiner Dampfer festmachen konnten.
Gleichzeitig war der Ausbau des Eisenbahnnetzes zu beobachten. So entstanden nacheinander folgende Strecken:
- 1863 Berlin - Greifswald - Stralsund
- 1883 Altefähr - Bergen
- 1889 Bergen - Putbus
- und 1895 die Kleinbahnstrecke Putbus - Binz, die man 1896 bis Altefähr verlängerte
In Verbindung mit dem Aufbau des KdF-Seebades Rügen in Prora erhielt Binz 1939 Anschluß an das Normalspurnetz der Deutschen Reichsbahn. Seitdem ist Binz Endstation für D-Züge, seit 1990 auch für IC-Züge.
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