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Bergen - Historisches
Der Pommernchronist Thomas Rantzow (gest. 1542) schreibt in seiner POMERANIA "es scheint die einwohner dieses landes (Insel Rügen) sehr ein zenkisch und mortisch folck". Diesen Ruf haben sich die Rüganer vermutlich im 10./11. Jahrhundert erworben. Unter anderem ist überliefert, daß sie um 1100 und erneut um 1128 Alt-Lübeck verwüsteten und auch in zahlreichen Orten Dänemarks bei Raubzügen gute Beute machten.

Erst 1168 gelang es den Dänen zur Zeit König Waldemars und unter dem Feldherrn und Bischof Absalon von Roskilde, das slawische Heiligtum des Gottes Swantevit auf Arkona zu zerstören und die Herrschaft über Rügen zu erlangen.

Das Rügener Fürstenhaus mußte mit all seinen Untertanen die dänische Lehnsherrschaft anerkennen. Bischof Absalon weihte zahlreiche Stätten auf der Insel und brachte den Rüganern das Christentum als neue Religion. Schon wenige Jahre nach der Unterwerfung unter die dänische Krone existierten auf der Insel etliche Kapellen, in denen die neue Religion verkündet wurde.

Eine dieser Kapellen stand auf dem Rugard inmitten eines slawischen Burgwalles. Hier residierten zeitweilig auch die Rügenfürsten. In Sichtweite zu dieser Residenz ließ Fürst Jaromar I. etwa ab 1180/85 eine große Kirche aus Ziegelsteinen, die Marienkirche, die mit dem neben ihr angesiedelten Nonnenkloster im Jahre 1193 geweiht wurde. Damit demonstrierte er weithin sichtbar seinen christlichen Glauben.

Die Untersuchung der Kirche zu ihrer Baugeschichte läßt die Vermutung zu, daß Jaromar zunächst eine Residenz in Verbindung zur Kirche geplant hatte und erst während der Bauzeit statt dessen das Kloster an die Kirche bauen ließ. Die ersten Nonnen des Klosters kamen aus Dänemark. Durch Schenkung und Erbschaften erwarb das Kloster im Laufe der Jahre umfangreichen Grundbesitz, aus dessen Einnahmen und Naturalienabgaben das Klosterleben finanziert wurde.

Um den Klosterbereich herum siedelten sich nach und nach Handwerker und Händler an. Schon in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts sind der Marktplatz und ein Krug erwähnt. Aus den älteren Bezeichnungen dieser Ansiedlung "in villa monte" und in "loco gora" (lat. und slawisch "Berg") entwickelte sich der Ortsname Bergen.

Die rügensche Fürstenfamilie starb in der fünften Generation mit dem auch als Minnesänger bekannten Witzlaw III. 1325 aus. Durch einen Erbvertrag kam die Insel Rügen in den Besitz des pommerschen Herzoghauses. Das Land wurde in neun Verwaltungsbereiche (Vogteien) aufgeteilt, in denen jeweils ein vom Herzoghaus bestimmter Vogt die Interessen des Landesherren vertrat.

In Bergen war der Sitz des Landvogtes und hier wurde auch Gericht gehalten. Nach der Reformation legten die Herzöge Philip I. und Barnim IX. fest, daß u. a. das Kloster Bergen aufgelöst und in eine "Zuchtschule für adelige Jungfrauen" umgewandelt wurde. Das Kloster und später der Stiftsprobst hatten stets ein Interesse daran, daß der Ort nicht das Stadtrecht erhielt, weil solange die Abgaben von Handwerkern, Händlern, Müllern und Krugwirten weiterhin in deren Kassen flossen und sie das Geschehen vor Ort bestimmen konnten.Erst 1613 stellt Herzog Philipp Julius II. gegen Zahlung von 8.000,- Mark eine Urkunde aus, in der er "auf inständiges Anhaltgen unerer... Untertanen... Bergen... mit städtischer Freyheit und Gerechtigkeit bewidmet".

Der Dreißigjährige Krieg (1618 - 1648) verhinderte jedoch ein Aufblühen der Stadt. Raubzüge der zahlreichen auf der Insel einquartierten kaiserlichen Truppen folgten Schreckensjahre der Pest und verheerende Stadtbrände größeren Ausmaßes.

Mit dem Tod des letzten Pommernherzogs Bogislaw XIV. starb das pommersche Herzoghaus aus und Rügen gelangte in den Besitz des schwedischen Königshauses. Wenigen Friedensjahren folgten immer wieder Kriegszeiten mit Truppeneinquartierungen oder -durchzügen und Kämpfen auf der Insel Rügen, unter denen auch die Einwohner Bergens stets zu leiden hatten. Der Wiener Kongress brachte wiederum einen Herrschaftswechsel für die Rüganer. Ab 1815 gehörte Rügen nunmehr zu Preußen.

Im Jahre 1825 zählte die Stadt Bergen 2.493 Einwohner in 349 Wohnhäusern. Dreimal jährlich trafen sich auf dem Markt zu Bergen die Händler, um ihre Produkte feilzubieten. Die technische Entwicklung fand auf Rügen nur sehr zögernd Eingang in die Produktion. Vorherrschen dwar die Landwirtschaft, die in der Hauptsache als Gutswirtschaft mit bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts vorwiegend leibeigenen Arbeitskräften betrieben wurde.Die Fischerei spielte eine untergeordnete Rolle. Erste Manufakturen begannen in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts zu produzieren (1814 eine Tuchmanufaktur, 1823 und 1853 je eine Lederfabrik).

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde viel zur Verbesserung der Straßen und Wege über die Insel getan; in den 80er Jahren verkehrte die erste Eisenbahn von Altefähr bis Bergen. In den 90er Jahren war dann der Schienenweg bis Sassnitz in Betrieb und stellte somit den Eisenbahnanschluß von Berlin nach Stockholm via Rügen und mit der Eisenbahnfähre nach Trelleborg her.

Nach der Jahrhundertwende wuchs die Bedeutung Bergens als Kreisstadt für die Insel Rügen, als Umschlagbahnhof der in der Landwirtschaft erzeugten Exportgüter von den Kleinbahnlinien in die Waggons der Normalspurbahn, als Handels- und Mittelpunkt und als Schulzentrum der Insel. Mit dem Aufblühen des Bäderwesens gewann der Knotenpunkt für Straßen- und Schienenwege an Bedeutung. Um es kurz und prägnant zu sagen: Bergen war, ist und bleibt die "Hauptstadt" von Rügen.

Quelle: IB Bergen auf Rügen - 2. Auflage,erscheinen in der NovoPrint VerlagsGmbH in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Bergen.
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